mein Tagebuch: Selbstliebe...

Liebes Tagebuch,

heute denke ich über das Thema "Selbstliebe" nach...

"Liebe deinen nächsten, wie dich selbst!" heißt es so schön. Natürlich verstehe ich, was damit gemeint ist. Manchmal frage ich mich, ob das so gut wäre...

Hat "der nächste" wirklich einen Vorteil, wenn er oder sie so von mir geliebt wird, wie ich mich selbst liebe?

Liebe ich mich wirklich mehr als andere?

Sollte meine Selbstliebe der Maßstab dafür sein, wie ich meine Mitmenschen liebe?

Gehe ich mit anderen Menschen in der Tat nicht vielleicht sogar deutlich liebevoller um als mit mir selbst?

Wenn ich mich umschaue, sind diese Fragen wohl mehr als berechtigt, denn das Thema "Selbstliebe" in in aller Munde.

Es gibt Workshops, Findungsreisen, Meditationen, Webinare und und und zu diesem Thema.

WENN es doch so weit verbreitet wäre, würden wir dann diese Flut an Angeboten benötigen?

Ist die Realität vielleicht so, dass wir gerade zum Thema Selbstliebe die größte Unterstützung brauchen?

Warum könnte das überhaupt zutreffen?

Naja, wir bekommen nun einmal alles andere als diese Selbstliebe beigebracht und vorgelebt.

So kann es in der frühesten Kindheit schon darum gehen, möglichst zu gefallen.

Vielleicht leben schon die Eltern vor, dass es immer ganz wichtig ist, dass die Nachbarn bloß "nichts schlechtes von uns denken".

Vielleicht hat es einen sehr hohen Stellenwert, immer schön brav zu sein.

"Sei lieb zur Oma, zu deiner Lehrerin, zu den anderen Kunden, usw."

Schon in der Jugend bekommen wir mit, was die Gesellschaft von uns erwartet.

Schön "normal" sein, nicht aus der Reihe tanzen und immer brav danach richtig, "wie das Leben eben nunmal läuft"...

Alles ist fest reglementiert:

- so hast du dich zu verhalten

- das sind die No Go's

- so hast du zu lieben

- so hast du dich ausbilden zu lassen

- das ist deine Rolle

- und am Ende hast du zu funktionieren

Und weißt du, was mir bei all diesen Dingen fehlt?

ICH!

Nämlich, das was ICH eigentlich fühle und möchte.

Wen interessiert das eigentlich?

Und wenn ich nun anfange, als z.B. Jugendlicher meine Wünsche und Bedürfnisse mit dem abzugleichen wie es eben "sein soll": wie oft denke ich da, dass ich "falsch" bin oder "falsch" fühle?

Wie soll ich mich selbst lieben, wenn ich ja so gar nicht in diese Welt passe und völlig daneben bin?

Klingt vielleicht überspitzt aber ist es das wirklich?

Ich höre die Sätze viel zu selten, dass Kinder, Jugendliche, Angestellte oder Partner einfach so sein sollen wie sie dürfen.

Ich erlebe es viel zu selten, dass Menschen wirklich unterstützt werden, ihre INDIVIDUELLEN Gefühle und Bedürfnisse leben zu können.

Ich sehe ich viel zu wenig, dass Menschen ihr wahres ICH authentisch leben.

Dafür sehe ich sehr oft, dass Menschen nicht bereit sind, ihr Leben zu leben...

Sie verleugnen sich und ihren wahren Weg oder kennen ihn gar nicht...

Das war der Grund, warum ich mir dieses Coaching-Thema einmal auf die Fahne schrieb und mit den Menschen ihre "Gebrauchsanweisung" erarbeitete um Leben zu verändern...

Ich selbst kenne die Probleme der Selbstliebe nämlich sehr gut.

Ich bin ein Mensch, dessen Eigenwahrnehmung sich nicht nach den Meinungen anderer richtet.

Hierfür gibt es ein Lebensmotiv, dessen Erläuterung jetzt aber zu weit führen würde.

Du magst jetzt denken: ist doch toll! Der muss nix auf die Meinung anderer geben und kann dadurch weniger verletzt werden.

Da ist sicher etwas Wahres dran, jedoch ist es natürlich auch im umgekehrten Fall nahezu unmöglich, mir von Außen etwas "einreden zu lassen", was positiv ist, ich jedoch selbst nicht glaube.

Dadurch durfte ich mich nun also sehr früh damit auseinandersetzen, ob ich für mich nun entscheide, ein hübscher Mann mit einem guten Charakter zu sein oder ob ich ein hässlicher Scheißkerl bin.

Glaube mir, dass diese Entscheidung seeeeehr lange negativ ausfiel.

Ich fühlte mich so wahnsinnig oft so verdammt hässlich. Ich fühlte mich fett, unattraktiv, unsexy und nicht begehrenswert.

Ich fühlte mich scheußlich und habe mich aufgeben. Von der Figur, von der Kleidung, von allen Möglichkeiten.

Ich war erleichtert, in einer Beziehung zu sein und sich ein Mensch "für mich erbarmte".

Freunde hatten sich Gott sei Dank auch zu mir "verlaufen".

Glück muss der Mensch haben, dachte ich.

Mit diesem Gefühl durch die Welt zu laufen...ich denke, ich muss dir nicht erklären, was das mit mir getan hat und wie sich das auf mein ganzes Leben auswirkte.

Es tut schon sehr weh, sich beim Schreiben dieser Zeilen wieder in diese Zeiten hineinzuversetzen...

ABER...

Ich hatte das Glück einen Bereich in meinem Leben zu haben, in dem ich, warum auch immer, völlig anders dachte: mein Job!

Ich machte schon mit Anfang 20 Karriere als Führungskraft, konnte die Menschen begeistern und war sehr erfolgreich.

Hier hatte ich das Selbstbewusstsein, an mich zu glauben.

Sagte mir jemand "das kannst du nicht", dachte ich mir "das entscheidest nicht DU sondern ICH".

Auch das wirkte sich natürlich aus. In einer wirklich netten Karriere. Darum soll es jetzt nicht gehen...

Ich spürte auf jeden Fall, was der Kopf und das Verhältnis zu mir selbst mit meinem Leben anstellt und ich fing an, daran zu arbeiten.

Eines tat ich schon immer: ich selbst zu sein. Etwas anderes konnte ich nicht und mich zu verstellen war mir viel zu anstrengend.

"Ich selbst zu sein" war also das, worauf mein Leben reflektierte.

Und wenn ich genau hinsah stellte ich fest, dass ich tolle Menschen um mich herum hatte, die ja freiwillig meine Nähe suchten.

Konnte ich dann so schlimm sein?

Ich bekam immer wieder das Feedback von meinen Mitarbeitern, dass ich ein toller Chef sei und zwar aufgrund meine Art!

War ich dann ein furchtbarer Mensch?

Mit diesen Gedanken und auch dem immer offenen und ehrlichen Feedback meiner liebsten Menschen gelang ich in die richtige Richtung.

An deinem Aussehen kannst du etwas ändern, dachte ich mir.

Ich fing an abzunehmen, mich so zu kleiden, dass ich mich wirklich wohl fühle und auch zu akzeptieren, dass ich ein besonderer und einzigartiger Mensch war.

Eben WIE ALLE MENSCHEN und JEDER VON UNS!

Ich setzte mich mit mir und meiner eigenen Gebrauchsanweisung auseinander und lebte sie immer mehr und mehr.

Mit weiteren Details möchte ich dich gar nicht langweilen.

Was ich unter'm Strich sagen möchte: ich habe in meine Selbstliebe investiert und verstanden, dass ICH der wichtigste Mensch in meinem Leben bin!

Warum?

Von uns selbst geht ALLES aus. Wenn wir glücklich sind, können wir dieses Glück auch ausstrahlen und an die Welt weitergeben.

Wenn wir zufrieden sind, ist es unsere Umwelt auch.

Wenn wir uns wichtig nehmen, lernen auch die nächsten Generationen sich wichtig zu nehmen. Übrigens sind diese schon viel besser darin.

Wenn wir uns selbst lieben, lernen wir die Mensch in unser Leben zu ziehen, die dorthin gehören und diejenigen zu verabschieden, die das eben nicht tun.

Wir erkennen, dass wir nur das Beste verdient haben und niemandem mehr gefallen müssen.

Wir wissen, dass wir viele Menschen gern in unserem Leben haben wollen aber niemanden BRAUCHEN.

Ich laufe immer noch manchmal durch die Welt und fühle mich nicht schön.

Es gibt aber eben auch viele andere Tage...

Ich kapiere, dass die Enttäuschungen im Leben durch andere Menschen nichts mit mir-, sondern mit ihrer mangelnden Selbstliebe zu tun haben.

Ich habe verstanden, wie wichtig Selbstliebe einfach ist und ich lerne weiterhin jeden Tag dazu.

Ich habe dir in der letzten Woche etwas zur bedingungslosen Liebe geschrieben.

Lasst uns hier im ersten Schritt bei uns selbst anfangen!

Danke für deine Zeit

dein Dirk

6 Kommentare

  • Hey Dirk,
    ich habe es leider noch nicht richtig gelernt mit der Selbstliebe. Ich liebe eigentlich alle Menschen wesentlich mehr als mich selbst.
    Früher als Kind hatte ich immer das Gefühl, ich muss mich immer so geben, wie meine Eltern es wünschten oder verlangten. Ich bin in einem "sehr katholischen" Elternhaus groß geworden. Bei uns ging es tatsächlich nur darum, was wohl die "Anderen" über dieses oder jenes Verhalten denken oder sagen, besonders die anderen Leute, die man sonntags in der Kirche traf. Ganz schlimm wurde es, als ich meinen Mann mit 17 Jahren kennen lernte. Oh, je, einen Freund, der 5 Jahre älter war als ich und auch noch eine eigene Wohnung hatte. Als ich mit 19 Jahren endlich Geld verdiente, bin ich als erstes ausgezogen, zu meinem jetzigen Mann. Auch da musste erst einmal der "katholische Schein" gewahrt werden und wir haben uns wenigstens verlobt. Das wirkte für die "Umwelt" ein wenig beruhigter. Aber ab diesem Zeitpunkt habe ich eigentlich aufgehört, irgend jemanden etwas vorzumachen, um demjenigen zu gefallen. Entweder der oder die jenige nimmt mich so, wie ich bin oder läßt es. Darauf bin ich nicht mehr angewiesen.
    Das heißt aber nicht, dass ich mich selbst liebe. Das ist nämlich gar nicht der Fall. Immer wieder kommen solche Gedanken, wie z.B. " Du schaffst ist wieder nicht mit der Abnahme, weil..... seit Monaten viel zu viele Überstunden, die pflegebedürftige Mutter, mein schlechter Gesundheitszustand im Moment, die vielen Ehrenämter, meine totale Erschöpfung und fehlende Kraft...... " außerdem liebe ich mich nicht dafür, dass ich MICH immer total vergesse und nur an die Anderen denke, dass es denen gut geht und dabei selbst "unter die Räder komme". Ich habe meinen Körper wieder so runtergewirtschaftet, dass nichts mehr geht. Ständig denke ich, wenn ich das jetzt erledigt habe, dann ist aber Ruhe, Pause und Erholung angesagt, aber dazu kommt es nicht, denn das nächste muss dann schon erledigt werden und so geht das immer weiter. Leider ist das alles wichtig und muss auch von mir erledigt werden, alles unwichtige gebe ich schon ab. So verschiebe ICH MICH von einem Monat auf den nächsten. Im Moment wünsche mich nur, mal ein halbes Jahr nichts zu machen und wieder zu mir zu finden. Vielleicht würde es ja dann mit der Selbst liebe funktionieren.
    Aber noch einmal zu Dir: Du brauchst nicht an Dir zweifeln. Dafür gibt es wirklich keinen Grund. Alles ist gut.
    Nochmals vielen Dank für Deine tolle Berichte und die Antworten auf unsere Gedanken.

    LG
    von Anette

  • Hey Anette,

    mal wieder GANZ lieben Dank für deine offenen Worte.
    Ich denke, du bist absolut kein Einzelfall und beschreibst das, was in vielen Menschen stattfindet.
    Den Aspekt mit dem halben Jahr nichts tun, finde ich spannend.
    Stell dir doch einmal die Frage, was denn wäre, wenn du aus den Latschen kippst und wirklich pausieren müsstest und das auch für längere Zeit. Was wäre, wenn der Körper die Notbremse zieht und dich zur Pause ZWINGT?
    Würden dann all die Themen nicht erledigt? Würde die Welt sich aufhören zu drehen? Würde alles zusammenbrechen?
    .
    .
    .
    Warum dann auf den Eingriff des Körper warten und nicht selbst vorher aktiv werden, was ganz sicher deutlich angenehmer ist ;-)

    Lass es mal wirken.

    LG
    Dirk
  • Hallo Dirk
    Ich danke dir von ganzem Herzen,das du uns soviel gibst...
    Mit Liebe und Hingabe....
    Ich lese und analysiere alles..
    Und zum Teil sind das auch meine Lebenserfahrungen..
    Ich danke dir für die Besteigung,das ich einen gute Weg mit tiefen und Höhen gehe und trotzdem bin ich sehr glücklich und denke nur positiv.
    Ich hoffe für dich,das du immer Sonnenschein in deinem Herzen hast...
    Liebe Grüsse
    Bozena
  • Hey Bozena,

    lieben Dank für deine wundervollen Worte, die mir wirklich sehr viel bedeuten!
    Dankeschön und toll, dass du immer positiv denken kannst und glücklich bist <3

    LG
    Dirk
  • Hallo Dirk, endlich möchte ich Dir mal sagen, dass mir Dein Tagebuch unheimlich gut tut. Ich lese die einzelnen Themen oft mehrmals und jedes Mal bleibt ein wenig mehr hängen. Das eine oder andere probiere ich aus und bin meistens überrascht das es gar nicht so schwer ist.
    Ich danke Dir für Deine Mühe und Deine Offenheit bei so persönlichen Gedanken. Mir gibt es viel Stoff zum Nachdenken und... ich bleibe dran.
  • Hey Iris,

    wow, das freut mich wirklich sehr!
    Dein Feedback bedeutet mir sehr viel!

    Ganz lieben Dank dafür und ganz viel Erfolg auf deinem Weg!

    LG
    Dirk

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Dirk

Hallo, ich bin Dirk, dein virtueller Coach auf www.diefenbach-coaching.de und Reiss Profile Master.

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Diefenbach Coaching

Dirk Diefenbach ist Coach für Persönlichkeitsentwicklung, Reiss Profile Master & LUXXProfile Master.

Er hilft dir dabei, den Weg in dein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben zu finden, wenn du dazu bereit bist.

Dirk erstellt gemeinsam mit dir deine persönliche Gebrauchsanweisung, die du als dauerhaftes Werkzeug auf diesem Weg für dich nutzen kannst.

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Dirk Diefenbach

Albert-Niemann-Straße 11

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